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Mehr als Ernährungswissen und Gesundheitsbelehrung



Grundsätzliches zum Amüsieren und Nachdenken

wenn Sie ein wenig Zerstreuung brauchen, ein immer aktuelles Thema aus anderen Perspektiven


 

Noch einmal: Mein Körper

Mein Körper rät mir:
Ruh dich aus!
Ich sage: Mach ich,
altes Haus!

Denk aber; Ach der
sieht`s ja nicht!
Und schreibe heimlich
dies Gedicht.

Da sagt mein Körper:
Na, na, na!
Mein guter Freund,
was tun wir da?

Ach, gar nichts! sag ich
aufgeschreckt,
und denk: Wie hat er
das entdeckt?

Die Frage scheint recht
schlicht zu sein,
doch Ihre Schlichtheit
ist nur Schein.

Sie lässt mir seither
keine Ruh:
Wie weiß mein Körper
was ich tu?



Robert Gernhardt, Noch einmal: Mein Körper. Aus: ders., Gesammelte Gedichte 1954-2006. (c) S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2008


Siebenmal mein Körper

Mein Körper ist ein schutzlos Ding,
wie gut, dass er mich hat.
Ich hülle ihn in Tuch und Garn
und mach ihn täglich satt.





Mein Körper hält sich nicht an mich,

er tut, was ich nicht darf.
Ich wärme mich an Bild, Wort, Klang,
ihn machen Körper scharf.







Mein Körper ist voll Unvernunft,
ist gierig, faul und geil.
Tagtäglich geht er mehr kaputt,
ich mach ihn wieder heil.










Mein
Körper hat es gut bei mir,
ich geb ihm Brot und Wein.
Er kriegt von beidem nie genug,
und nachher muss er spein.






Mein Körper macht nur, was er will,
macht Schmutz, Schweiß, Haar und Horn.
Ich wasche und beschneide ihn
von hinten und von vorn.






Mein Körper kennt nicht Maß noch Dank,
er tut mir manchmal weh.
Ich bring ihn trotzdem übern Berg
und fahr ihn an die See.





Mein Körper ist so unsozial.
Ich rede, er bleibt stumm.
Ich leb ein Leben lang für ihn.
Er bringt mich langsam um.



  Robert Gernhardt, Siebenmal mein Körper. Aus: ders., Gesammelte Gedichte 1954-2006. (c) S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2008

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