Ich find Hunde klasse.
Mein nicht ganz so privates Poesie-Album
für die, die es interessiert
| | Hunde schaffen ruckzuck Rudel-Atmosphäre |
| Wanja meinereiner Poldi(Gast) Sammy Hunde sind tolle Begleiter. |
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Futter fassen Als vollwertige „Hundeeltern“ liegt uns das leibliche Wohl unserer untergeordneten Rudelmitglieder sehr am Herzen und zuweilen schlagen uns die Sorge und der Zweifel über unser rechtes Handeln auch auf den Magen. Die Dogmen und gut gemeinten, märchenhaften Empfehlungen sind für Hunde genauso unübersichtlich und widersprüchlich wie für unsereiner. Wie im richtigen Leben vereinfacht das die Sache ungemein. Und wie im richtigen Leben setzten wir uns, sahen uns alles an, waren aufgeschlossen, interessiert und motiviert, eben bester Dinge – dann machten wir was wir für richtig hielten. Wir stellten nämlich alsbald fest, dass sich die Zusammenstellung einer gedeihlichen Hundemahlzeit nicht grundsätzlich von den Ansprüchen der menschlichen Ernährung unterschied. Die Tischsitten sind vielleicht etwas rauer und ungezügelter. Sterile Futterbedingungen sind ebenso wenig von Nöten wie Abwechslung und Finesse – aber der Bedarf ist ähnlich. Beeindruckend und sensationell war für uns, dass wir schnell sehen und vor allem riechen konnten, wenn die Zusammenstellung der in Frage kommenden Zutaten nicht stimmte. Nicht nur, dass Haut, Fell oder Augen ein Missverhältnis signalisierten, nein, die nachmahlzeitlichen Emissionen ließen einen erbleichen, es war geradezu atemberaubend. Gäste verkrampften in der Regel und schöpften ihr komplettes Potenzial an guter Erziehung aus, lachten tapfer oder gingen eine rauchen. Sammy neigte bei Unverhältnismäßigkeit dazu voluminöser zu werden, Wanja stellte scheinbar vorübergehend die Verdauung ein und wurde dünner. Sammy und Wanja haben nämlich wie nicht anders zu erwarten sehr gegensätzliche Qualitätsansprüche und Ernährungsgewohnheiten. Sammy hatte als übergewichtiger allesfressender Labbi wenig Probleme bei der Futterauswahl; er macht da keine Umstände, es muss halt ausreichend sein und das ist es in seinen Augen nie. Ganz im Stil eines kleinen Suppenkaspers verweigerte Wanja immer wieder die Nahrungsaufnahme, unterlag langfristig jedoch der Fürsorge meiner Frau. Er ist heute ein ganz schöner Brummer, der aber immer noch „Esse ich nicht“ -Allüren“ pflegt, bevorzugt verschmäht er in seinen Schmollphasen jedes verdiente und deshalb angebotene Leckerlie. Schmähen und Mitarbeit verweigern, den Bogen hat er eh raus, davon kann ich manche Geschichte erzählen. Aber wir sind ja bei Futter fassen. Meine Frau als talentierte Animateurin dachte sich immer wieder mal besondere Leckerlies aus. So durften die Hunde manchmal, nachdem wir ein Joghurt verzehrt hatten, die Deckel abschlabbern. Einmal übertrug sie mir dieses Vergnügen und ich durfte Sammy die Spezialität offerieren. Ich hatte volles Vertrauen zu Sammy als Fachhhund für optimalen Leckerlie-Genuss. Folglich gab ich ihm den ganzen Deckel in der Gewissheit, er würde nur die Reste vom Joghurt abschlecken. Aber hast Du nicht gesehen, hatte er ihn komplett verputzt. Sammy schien es nicht zu stören. Auch sein Magen und Darm machte kurzen Prozess und schied am nächsten Tag den Deckel schön als kleine Kugel geformt wieder aus.
Unsere zweite Lektion mit Hunden: - Hunde bestehen beim Fressen auf Qualität - es könnte schon etwas mehr sein -warum nicht mal eine Wienerle-Diät - wir, die Überlegenen und Besonnenen bewahren sie vor allem Übel und schlechten Gewohnheiten |
Wie ich auf die Hunde kam?
Sehr spät, aber dann so richtig. Vorher hatte ich Hunde auch nur beim Joggen getroffen. Der ein oder andere Leser wird an dieser Stelle wohl wissend und vernehmlich schmunzeln.
Nach einer Phase häufig wechselnder Wohnorte fanden wir, meine Liebste und ich, ein Haus auf dem Land, in dem wir bleiben wollten. Um dies zu unterstreichen, dachten wir daran, uns einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, den wir immer wieder wegen beengter Wohnsituation, beruflichen Veränderungen etc. verworfen hatten. Wir wollten ein Exemplar des Menschen liebsten Freundes in unsere Idylle aufnehmen. Wir wollten einen Hund.
Nachdem meine Frau mich nochmals ausdrücklich und eindringlich über die Pflichten eines Hundebesitzers informiert hatte, folgten wir der Vernunft und guten Ratschlägen und sahen uns in einem Tierheim um. Dort findet man viele Hunde, die aus unterschiedlichsten Gründen ihr bisheriges Zuhause verloren haben; große, kleine, braune, schwarze, gestreifte, gesprenkelte, aus Rumänien, Deutschland, Bayern, mit großen Zähnen, mit niedlichen Zähnen u.s.w. Die unterschiedlichsten Rassen und innigsten Vermischungen tummelten sich in den Boxen. Ich hatte nur vage Vorstellungen, nach was ich überhaupt suchte. Sportlich sollte er sein, nicht zu ängstlich und nicht gefährlich, weder für uns, noch für andere. Wenn er nicht zu alt und gesund wäre, hätten wir schon unseren Hund. Wir gingen mit einigen Heimbewohnern spazieren, um sie näher kennenzulernen. Danach hätte ich spontan jeden genommen, weil ich sie alle irgendwie nett fand. Nun geht es aber nicht so schnell. Das ist auch gut. Schließlich nutzten wir die Gelegenheit genauer über die Hunde nachzudenken. Einige hätten uns aufgrund ihrer Vorgeschichte glatt überfordert, andere waren schlicht zu krank. Schließlich wurden wir zu einer Familie geschickt, die einen Labrador aufgenommen hatte. Er war schon bei einigen anderen Familien gewesen und sollte zurück ins Tierheim. Nun, für uns war ein Labrador genauso gut wie jeder andere Hund, also fuhren wir hin.
Nach unserer Ankunft wurde Sammy ins Wohnzimmer gelassen. Wir konnten ihn kaum wahrnehmen, da er uns sofort freudig begrüßte und herzlichst um uns herumwedelte. Unsere Berührungen und Streichelversuche entlockten ihm höchste Töne der Entzückung. Schließlich setzte er sich und wir sahen einen moppeligen, konturlosen, blonden Labrador, der uns anhimmelte. Tja, das war es dann. Er entsprach kaum unserem Idealhund, im körperlichen Sinn. Er war krank, kaum belastbar, und schon im fortgeschrittenen Alter. Sammy hat uns mit seiner herausragendsten Eigenschaft erobert, seiner unverbesserlichen Zuneigung. Dass wir uns darin nicht getäuscht hatten, hat er seitdem immer und immer wieder eindrucksvoll bestätigt. Körperlich ist er außerdem auch wieder aufgeblüht. Von nun an gab es kein zurück. --Eine kleine Episode mit Sammy möchte ich noch anfügen.
Ein paar Tage nach unserem Entschluss, ging ich Sammy abholen. Wieder freudigste Begrüßung, dann sah er, dass seine Decke zusammengeräumt wurde und er ahnte, dass wieder eine Veränderung anstand und sank in sich zusammen. Resigniert und ergeben tappte er mit zum Auto. Dort legte er sich auf den Rücksitz und traute sich nicht mehr aufzusehen, zu Tode betrübt ließ er den Kopf hängen. Selbst Leckerlies interessierten ihn nicht, für einen Labrador kommt das einem Selbstmordversuch gleich. Abends waren die ersten Unsicherheiten aber schon abgelegt. Er merkte, dass er uns beeindrucken konnte und wir ihm wohlgesonnen waren. Vielleicht dämmerte ihm, dass er schon durchkommen würde. Und so ist es dann auch, ich glaube zu seiner Zufriedenheit und unserem Wohlgefühl.
Nun hatten wir also Sammy. Mir schien aber noch was zu fehlen. Ganz klar, Sammy war zwar zäh und konnte Leid ertragen, aber große Strapazen wollte ich ihm nicht zumuten. Also blätterte ich in diversen Hundebüchern, bis ich eine Rasse fand, von der ich glaubte, dass es die richtige für mich wäre. Riesenschnauzer, das war's: schlau, ruhig, stark und dennoch besonnen, seinem Herrn treu ergeben, kinderlieb, ausdauernd und souverän, der Begleithund schlechthin. Im Internet recherchierte ich noch ein wenig herum und fand neben einer Reihe von äußest positven Rassebeschreibungen ein Angebot mit Riesenschnauzer-Welpen in der Nähe von München. Welch ein Zufall! Kaum gelesen, verabredeten wir einen Besichtigungstermin. Wir kamen zu der Züchterin und durften zuerst die stolze Mutter im Auslaufgehege kennenlernen. Mir schien sie riesig und geradezu bedrohlich. Wild und lauthals bellend stürmte sie auf uns zu. Aber wir hatten ja reichlich Literatur über Hundekommunikation gelesen und fühlten uns der Situation gewachsen. Betont gelassen drehten wir uns weg, ignorierten sie und entkamen so noch einmal unserem Schicksal. Welch ein Glück, jemand hatte die Hündin vorsorglich über ihre literarischen Vorbilder informiert.
Dann in der sicheren Küche wurden die noch verbliebenen Welpen zu uns gelassen. Es wird kaum jemanden verwundern, dass sie im Verhalten der Mutter nicht unähnlich waren. Wild balgend kullerten und purzelten sie durch den Raum. Fasziniert sah ich diesem munteren und lebhaftem Treiben zu. Meine vorsichtigen Annäherungsversuche wurden gerne angenommen, und ich wurde gleichermaßen gezwickt und attackiert, vor allem von dem männlichen Ableger. Oh, Oh, fiel mir nur ein. Das könnte er sein. Meine Frau signalisierte mir ähnliche Eindrücke, wenn auch etwas skeptischer.
Mit diesem Resultat verabschiedeten wir uns dann auch von der Züchterin. Für diesen Tag ein letztes Mal beugte ich mich zutraulich zu unsererem Auserkorenen herunter, um von Anfang an Vertrauen aufzubauen. Er nutzte die Gelegenheit und zwickte mich herzhaft in die Nase. Klar, ihn musste ich haben. Wir nannten ihn Wanja, der starke Wanja, ein Held meiner Kindertage. Der erste Eindruck hat sich auch bei Ihm später bestätigt. Wir mögen seinen Macho-Charme und seine unkonventionellen Allüren.
Das war erst der Anfang. Nun leben wir alle seit drei Jahren zusammen und es ist viel passiert. Wenn sie wollen, können Sie auf dieser Seite immer wieder mal neue Szenen aus unserem Rudelleben verfolgen.
Unsere erste Lektion mit Hunden:
- Hunde unterscheiden sich grundsätzlich in Ihrem Wesen
- Hunde sind sehr sensibel
- nie von vorne und auch noch gut zuredend über einen Hund beugen
- Hunde sind impulsiv und handeln zuweilen nur instinktiv